Nach einer Vorstellungsrunde wurde ein großer heilsgeschichtlicher Bogen gespannt hinsichtlich des gesamtbiblischen Kernbestandes zu „Israel und die Völkerwelt“. Von der Berufung Abrahams mit Segen und Fluch (1. Mose 12), über die Endzeitlehre Jesu zu Schafnationen und Bocknationen (Matthäus 25), bis hin zu endzeitlichen Gericht über die Hure Babel und den in dieser Epoche antisemitisch und antichristlich (durch das „Geheimnis der Gesetzlosigkeit“ – s. 2. Thess 2, bes. Vers 7) hoch vergifteten Völkern unter ihrem Einfluss bei der Wiederkunft Jesu (Offenbarung 19).
Die Eskalation derartiger Entwicklungen lassen sich aktuell im Weltgeschehen zunehmend drastisch beobachten.
Die Berufung a (ller Völker ist es ein Segen für Israel zu sein, genauso, wie es die Berufung Israels ist, ein Segen für alle Völker zu sein. Eine Untersuchung der nationalen Geschichte, wie auch der Kirchengeschichte legt offen, welches Volk eher ein Segen oder eher ein Fluch für das jüdische Volk und für Israel war. Dabei schneiden die meisten europäischen Völker, allen voran das deutsche Volk, in der Gesamtabwägung erschreckend schlecht ab.
Auf den Hintergrund dieses Versagens sowohl innerhalb der Christenheit wie auch der von der Christenheit stark beeinflussten Nationen wäre eine nationale Buße, eine Buße auf kollektiver Ebene, die Teil des kollektiven Gedächtnisses und Teil der kollektiven Früchte der Buße (= Taten) Teil der Rückkehr zur eigentlichen Berufung des deutschen und der europäischen Völker gewesen. Die Gemeinde Jesu war gerufen, diesen Weg zu bahnen, mit gutem Beispiel voranzugehen und der Nation den Weg zu weisen. Dies war jedoch nur ein (oft heldenhaften!) Ausnahmefällen der Fall. Auf breiter Ebene blieb dieser Läuterungs- und Reinigungsprozess in den Kirchen und den Gesellschaften Europas eher aber nicht durchgreifend.
Inzwischen, seit der Staatsgründung Israels (1948) und der Wiedervereinigung Jerusalems (1967) ist Gottes Bündnistreue zu Israel gemäß dem biblischen Zeugnis mehr als offensichtlich. Doch immer noch scheiden sich an Israel, besonders an Jerusalem, die Geister. In der Gemeinde Jesu und in der breiteren Gesellschaft. Was hindert eine nationale Buße? Was hindert die Gemeinde Jesu, in diese Richtung voranzugehen und Wege zu bahnen? Darüber wurde in der Gruppe ausgetauscht und abschließend auch dafür gebetet.
