Israels Zerreissprobe – die Schicksalsjahre um den 7. Oktober 2023

Buchrezension von Harald Eckert

Am 7. Oktober 2023 überfielen Tausende von Hamas-Kämpfern und Zivilisten aus dem Gazastreifen den Süden Israels, begleitet vom Raketenterror über das gesamte Land. Etwa 1200 Menschen, zumeist israelische Zivilisten, wurden zum Teil auf sadistische Weise ermordet. Über 3.000 weitere vergewaltigt, verstümmelt, verletzt. Etwa 250 in den Gazastreifen entführt. Es war der grauenvollste Terrorakt am israelischen Volk an einem einzigen Tag seit dem Holocaust.

Brigitte Chaya Nussbächer begibt sich mit diesem Buch auf Spurensuche: Sie und ihr Mann Harald spüren dem nationalen Trauma nach, das an diesem Tag und seitdem das Volk der Juden quält. Gleichzeitig wurden sie in zahlreichen Begegnungen und Interviews berührt von der erstaunlichen Widerstandsfähigkeit dieses leidgeprüften Volkes. Und sie wurde zu einer authentischen Brücke des vielfältigen Trostes, des Beistandes und der Unterstützung. Von all dem erzählt dieses Buch. Und sie erzählt es auf eine eindringliche Art und Weise. Diese außergewöhnliche Eindringlichkeit ergibt sich aus dem Mix von drei Komponenten.

Die erste Komponente liegt in der Kraft der persönlichen Erzählungen der Betroffenen und Augenzeugen. Diese Erzählungen gehen unter die Haut, sie rütteln auf, sie öffnen eine Tür zur persönlichen Anteilnahme an der Dimension des Grauens und der Grausamkeit, die das jüdische Volk scheinbar aus heiterem Himmel am 7.2.23 überfallen hat aber sie beschreibt auch die Realität des bewundernswerten Umgangs damit.

Die zweite Komponente dieses Mixes findet sich in der historischen Einordnung dieses Massakers in die Geschichte des modernen Zionismus und das modernen Staates Israels. Die Tochter eines Historikers tritt mit diesem Buch in das Erbe ihres Vaters.

Und die dritte Komponente ist das Gespür für die spirituelle Dimension hinter den Schicksalen und den historischen Zusammenhängen. Sie eröffnet den Lesern einen Zugang zur Liebe und zum Segen Gottes hinter allem Leid.

Als jemand der schon viele Bücher über Israel gelesen und das eine oder andere Buch auch selbst geschrieben hat, ist es dieser Mix, der diesem Werk seine Faszination und seine Strahlkraft verleiht. Ich wünsche diesem Buch deshalb, das es viele Leser findet, die daran interessiert sind, sowohl am Schicksal vieler Betroffenen Anteil zu bekommen, aber auch, diese Schicksale historisch und zeitgeschichtlich eingeordnet zu bekommen und gleichzeitig eine Ahnung von dem Gott Israels bekommen, der seinen – oft geheimnisvollen – Segen über allen Schicksalen und über der Geschichte Israels hält.

Harald Eckert, Christliches Forum für Israel, (1.Vorsitzender)